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Eisen und Glas wie nie zu vor.

 

Unsere Gläser im Überblick

Bleiglas

Bleikristall ist die Bezeichnung von Bleiglas im geschliffenen Zustand. Bleiglas ist eine Glas-Art, die vor allem im Böhmerwald zwischen Bayern und Tschechien hergestellt wurde und wird. Anstatt Erdalkalien wie Calciumoxid wird Bleioxid (Bleimenninge) beigemischt.

Echtes Bleiglas ist es erst mit einem Bleioxidgehalt von 24%. Bleiglas zeichnet sich aus durch einen reinenKlang, schweres Material und vor allem die hohe Lichtbrechung, die durch einen Facettenschliff noch erhöht wird und dadurch erst so richtig zur Geltung kommt, aus.

Blasenglas - "bulicante"

Sehr dickes Glas, das zu dekorativen Zwecken aus mehren Schichten mit kleinen Bläschen besteht, die geometrisch angeordnet sind. In die heiße, sich an der Glaspfeife befindende Glasmasse werden mit einem spitzen Metallwerkzeug Löcher gestochen.

Im zweiten Schritt wird alles mit einer Schicht geschmolzenen Glases überzogen, so werden die Vertiefungen zu kleinen Luftbläschen. Wenn dieser Vorgang mehrfach wiederholt wird, beginnt das Glas dadurch sehr leicht zu wirken.

Diese Technik wurde von Flavio Poli für die Firma Seguso Vetri d'Arte in den 30er Jahren entwickelt. Sie wurde auch in anderen Manufakturen verwendet, doch keiner erreichte die Perfektion von Archimede Seguso.

Emailglas

Die Emailmalerei auf Glas wurde schon in der Renaisance eingesetzt. Hier wird fein gemahlenes Glaspulver aus Farbglas mit Harzen oder Lacken streichfähig gemacht. Die Emailfarbe (Glassfluss) trägt der Künstler mit feinem Pinsel auf das Glas auf. Durch Erhitzen wird das Email geschmolzen und fest mit dem Trägerglas verbunden. Dieser Vorgang wird oft mehrmals wiederholt. Wichtig und nicht ganz einfach ist, darauf zu achten, dass die Emailfarbe und das Trägerglas den gleichen Ausdehnungskoeffizienten haben. Sonst kommt es zu Absplitterungen und vorzeitiger Alterung. Je nach Glassfluss ist die Emailschicht durchscheinend oder undurchsichtig (opak).

Bedeutende Emailmaler gab es unter anderem in Böhmen im 19. Jahrhundert. Die Gläser aus der Biedermeierzeit waren geprägt von Landschaftsmalerei, Bilder häuslicher Idylle, Portraits von Familienmitgliedern, des Adels oder von berühmtenPersönlichkeiten. Bekannte Maler wie Anton Kothgasser oder Samuel Mohn, die eigentlich aus der Porzellanmalerei kamen, brachten die Emailglasmalerei zu einem ersten Höhepunkt.

Fadenglas "filigrana"

Das Fadenglas ist eine traditionelle Technik, deren Wurzeln im 16. Jahrhundert liegen. Lange Glasfäden aus transparentem, farbigem oder Milchglas werden übereinander gelegt, verflochten und verschmolzen. Der entstandene Strang wird um einen, sich an einer Glaspfeife befinden Zylinder gewickelt und in Form geblasen und/oder mit den Glasmacherwerkzeugen geformt. Es gibt unterschiedliche Varianten der Fadenglastechnik, die sich in Material und Technik leicht unterscheiden. Zu nennen sind u.a. 'a mezza filigrana', 'a reticello' und 'a retortoli/zanfirico'.

In England wurde im Barok um 1750 eine besondere Art von Netzfadenglas in die langstiligen Schäfte von Weingläsern eingebracht. Um 1850 wurde das Fadenglas wiederentdeckt und fand nördlich der Alpen seine Verbreitung, bis die Herstellung später auch wieder in Murano aufgenommen wurde. In den 50er und 60er Jahren wurde die Technik unter Archimede Seguso weiterentwickelt.

Opalglas

Opalglas ist ein klares Glas, welchem Zusatzstoffen beigemengt werden, die für eine Trübungund besondere Lichtbrechung im Glas sorgt. So wie ein Opal leicht durchscheinend ist undtrotzdem ein tiefes Farbfunkeln aufweist, soll Opalglas diesen Effekt kopieren. Erreicht wirddas mit feinsten Kristallen oder feinsten Glasbläschen.

Ein bekanntes Opalglas ist das Kryolithglas, in welchem ein bestimmtes Fluorid in feiner Verteilung die Lichtbrechung übernimmt. Opalgläser werden nicht nur in der Glaskunst benutzt, sondern haben einen festen Stellenwert bei den Gebrauchsgläsern, sowohl bei Lampen als auch bei Fenstergläsern, da Opalglas eine sehr gleichmäßige Lichtverteilung gewährleistet.

Irisglas

Irisglas ist klares oder gefärbtes Glas, welches an seiner Oberfläche in allen Farben schimmert. Diese Technik wurde sehr häufig im Jugendstil angewandt, hat aber seinen Ursprung schon im  frühen 19. Jahrhundert. Wenn das noch heiße Glas in einen geschlossenen Behälter mit Metallsalz dämpfen geführt wird (Bariumnitrat, Strontiumnitrat und Zinnchlorid), dann legt sich ein hauchdünner Belag auf die Glasoberfläche, der das Licht durch Interferenz bricht und den Effekt des Schillerns hervorbringt.

Früher benutzte man dafür einen am Boden mit Kohle beheizten eisernen Behälter, der einen aufklappbaren Deckel mit einer Öffnung für die Glasbläserpfeife hatte. Manche antiken Glasfunde aus der Römerzeit irisieren auch. Dies ist aber ein Effekt, der durch die lange Lagerung in der Erde entstand. Die poröse Oberfläche des römischen Glases nahm mit der Zeit Mineralien auf und bekam so die irisierende Eigenschaft. Interessanterweise findet man bei antikem keltischem Glas diesen Effekt nicht. Diese Gläser zeichnen sich durch eine besonders feste und glatte Oberfläche aus.

Schaumglas "pulegoso"

Glas, das in dieser Technik hergestellt wurde, sieht wie aufgeschäumt aus. Es enthält sehr viele Luftbläschen und erscheint dadurch besonders leicht und transparent. Die Technik wurde von Napoleone Martinuzzi in der Manufaktur Venini & C in den 20er Jahren das erste Mal verwendet. In dieser Zeit wurden viele Geschichten unter den Touristen über die Herstellungsweise dieses Glases verbreitet, welche über die ungewöhnlichsten Substanzenberichten, die dem Glas zugesetzt werden müssen, um einen solchen Effekt zu erzielen.

Die Wahrheit ist, das man der Glasmasse Salze (in der Regel Sodium Carbonate oder Bicarbonate) zusetzen muss, gerade um zu verhindern, das sich Blasen bilden. Pulegoso Glas verkörpert den 'Novecento' Stil, der in den 30er Jahren aktuell war. Die Firmen A.VE.M., Vetreria Artistica Barovier&C., Seguso Vetri d'Arte, etc. produzierten Vasen, Figuren und die berühmten Kakteen. In den 50er Jahren entwarf Dino Martens sie Serie 'Pittorici' in der Manufaktur Aureliano Toso.

Waldglas

Im 14. Jahrhundert entstanden im deutschen Mittelgebirge Spessart und dem Weserbergland Glashütten in Waldgebieten. Die Erklärung lag in der Beschaffung der Rohstoffe Holz und Sand, die direkt vor Ort vorhanden waren. Die Gläser wurden in großen Mengen produziert und waren Alltagsgut. Sie waren dickwandig und in verschiedenen Grüntönen gefärbt. In dieser Zeitepoche entstanden schalenartige Gefäße mit einfachen Nuppen und Rippendekoren, die an Flaschen erinnern, sogenannte Kultrolfe.

Die spätmittelalterlichen Gefäße werden bis zum 16/17. Jahrhundert weiterentwickelt und hergestellt. Hinzu kommen in der Renaissance dünnwandige Gläser mit horizontalen Fadenauflagen. Im 16. Jahrhundert entstand der sogenannte Römer mit bauchigem Glaskörper und Fuß mit Nuppen. Dieser wurde bis in das 19. Jahrhundert hergestellt.

Milchglas - "lattimo"

Milchglas ist die umgangssprachliche Bezeichnung für opakes Weißglas, eine Glasart, die lichtdurchlässig, aber undurchsichtig ist. Dadurch wirkt das Glas weiß und trübe und wird daher auch Trübglas genannt. Es entsteht durch Mikrokristalle im Glas, die sich beim Herunterkühlen der Masse in einer speziellen Struktur anordnen. 

Die Mikrokristalle absorbieren kein Licht sondern reflektieren es, so entsteht die weiße Farbe. In Murano werden Kalzium und Natrium verwendet, die mit Kryolith, Fluor, Zinkoxyd und Aluminium kombiniert werden. In der Bauwirtschaft werden Milchgläser gerne in Scheiben eingesetzt, die Licht durchlassen sollen aber blickdicht sind. In der Glaskunst wurde die Technik im 16. Jahrhundert erfunden und später als Komponente zum Beispiel beim Fadenglas verwendet. Im Jugendstil benutzte man die Technik nicht, sondern erst wieder in den 20er Jahren in Manufakturen wie Barovier & Toso, Venini & C und MVM Cappellin & C. Diese Technik verwendeten ab den 50er Jahren dann  fast alle Manufakturen.

Naturglas

Viele Mineralien können rein theoretisch zu Glas werden, da Glas eher ein Aggregatzustand ist und kein bestimmtes Material. Durch extrem schnelle Abkühlung nach großer Hitze entsteht Glas relativ häufig. Bei einem Vulkanausbruch kann geschmolzene Lava so schnell abkühlen, dass verschiedene natürliche Glase entstehen. Bimsstein ist Schaumglas vulkanischen Ursprungs. Es ist sehr leicht durch die eingeschlossene Luft und undurchsichtig.

Obsidian ist Vulkanglas ohne Lufteinschlüsse, meist recht dunkel bis schwarz wegen der Verunreinigungen darin, aber durchsichtig bis durchscheinend, wenn der Stein dünn genug ist. Wenn ein Blitz in Sandboden einschlägt, dann können bei bis zu 30 000°C Hitze meterlange, durch geschmolzene Sandkörner versinterte Glasröhren entstehen (Fulgurit). Bei einem Meteoriteneinschlag entstehen durch die Einschlagshitze und den Druck verschiedene Glase, die noch lange nach dem Einschlag auf dieses Ereignis hinweisen (Impatkglas).

Murrinenglas

Viele Funde aus der Römerzeit lassen darauf schließen, dass schon damals diese Technik der Murrinenglasherstellung bekannt war. Auch bekannt als Millefiori war sie lange Zeit in Vergessenheit geraten und erst im 19. Jahrhundert in Murano von den Manufakturen der Artisti Barovier und Venini & C. wiedereingesetzt.

Lange verschiedenfarbige Glasstränge werden miteinander kombiniert und zusammengeschmolzen, sodass sich im Querschnitt Muster ergeben. Diese Stränge werden dann in Scheiben geschnitten. Der Durchmesser dieser Scheiben (Murrinen) schwankt zwischen ein paar Millimeter und mehreren Zentimetern, die zu Objekten weiter verarbeitet werden. In einer Methode werden die Murrinen auf eine Metallplatte gelegt und zusammengeschmolzen. Dieser 'Teppich' wird dann auf einen, an einer Glaspfeife sitzenden  Glaszylinder aufgetragen und mit einer weiteren Glasschicht überfangen.

So entstehen Vasen, Flaschen und Gläser mit einer raffinierten Musterung. Eine andere Methode, mit der man Zierteller und Schalen herstellt ist folgende: In einer Form werden die Murrinen nach einem bestimmten Muster angeordnet und mit Glaspulver ausgefüllt. Dann wird die Form erhitzt, bis sich die Masse  verbindet und nach der Abkühlung werden die Unregelmäßigkeiten mit Glasmacherwerkzeugen abgeschliffen.

"Goldrubinglas"

Diese Färbetechnik ist im 17. Jahrhundert von Alchemisten entdeckt worden. Beim Versuch, Gold herzustellen erkannte man, dass sehr feine Goldpartikel (Nanopartikel) in einer Glasschmelze eine tiefrote Farbe ergibt, egal wie dick die Wandung ist.

Dieser Effekt tritt allerdings erst ein, wenn das Glas nach der Herstellung nochmals erhitzt wird. Wurde früher bei Glasgefäßen, Fenstergläsern und Ampelgläsern angewandt. Heutzutage wird günstigeres Selenrubinglas genommen, welches allerdings eher gelbstichig ist.

Farbglas

In den Anfängen der Glasherstellung war es eher problematisch klare Gläser herzustellen. Durch die Verunreinigungen in den Ausgangsmaterialien kam schnell ein Farbstich in die Gläser, der eigentlich unerwünscht war. Erst durch die Möglichkeit, reinere chemische Komponenten zu bekommen, konnte man Rezepte erstellen, die eine gezielte Farbgebung bewerkstelligen.

Durch die Beimengung von verschiedenen Metallen kann man diverse Farben erzeugen. Früher galt es als wichtiges Firmengeheimnis, solche Farbrezepte zu besitzen und zu verhindern, dass sie verraten wurden. Dies war ein Grund, warum im 13. Jahrhundert die Glashütten in Venedig auf die Insel Murano verlegt wurden. Man konnte sie besser überwachen. Bestimmte Metalle oder deren Oxide ergeben bestimmte Farben. Mit Eisen bekommt man grünblaugrün oder gelb, mit Kupfer blau oder rot und mit so exotischen Metallen wie Neodym oder Europium bekommt man rosa, purpur oder violettes Glas. 

Es gibt auch die Möglichkeit, Gläser mit einem unerwünschten Farbstich wieder zu entfärben. Durch Aufhebung der Komplementärfarben kann man mit Mangan einen Grünstich entfernen. Die Arbeit mit verschiedenfarbigen Gläsern in der Glaskunst ist ein sehr häufig eingesetztes  Stilmittel und hat diverse Techniken hervorgebracht, die oft auch noch kombiniert werden.