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Eisen und Glas wie nie zu vor.

 

Geschichte des Glases

Die Geschichte des Glases und der Herstellung erstreckt sich über einen Zeitraum von 5000 Jahren. Grundsätzlich hat sich an der Zusammensetzung der Glasmasse seit der Erfindung und Verbreitung bis zum heutigen Tag kaum etwas verändert. Die Grundstoffe für die Herstellung von Glas bilden Quarzsand und Kalk, der teilweise bereits im Sand enthalten ist. Außerdem benötigt man Soda oder Pottasche. Werden diese Stoffe erhitzt schmelzen und verbinden sie sich zu einer form- und gießbaren Masse, die nach dem erkalten durchsichtig erscheint. Außer diesen Grundstoffen findet man in der Glasmasse färbende Bestandteile, meist Metalloxide, die entweder bereits Bestandteil des Quarzsandes sind oder hinzugefügt werden.

So wird Glas gefärbt: aus Kobalt wird blau, aus Eisenoxid rotbraun, aus Kupfer rot und aus Antimon gelb. Durch Braunstein (Manganoxid) kann die meistens grünliche Glasmasse entfärbt werden. Zu Beginn hat der Glasschmuck die Menschen in den Bann gezogen und so wurde Glas dann zu einem der vielseitigsten Werkstoffe in der Geschichte der Menschen. Viele Dinge, die wir heute zum Leben brauchen und benutzen sind aus Glas zum Beispiel Brillen, Glühbirnen sowie Spiegel und basieren auf einer Kombination von Lichtdurchlässigkeit und Härte. Die Transparenz lässt das Licht ungebrochen durchfließen. Auch in der Technik sind wir auf den Werkstoff Glas angewiesen, sei es bei der Datenübertragung wie zum Beispiel der Computer oder das bewährte Telefon.

Geschichte Murano

Murano ist eine Insel nordöstlich von Venedig. Die Insel ist insbesondere für ihre Glaskunst bekannt. Aus Brandschutzgründen wurden 1295 alle Glasöfen von Venedig auf diese Insel verlagert. Vor allem diente diese Maßnahme jedoch dazu, das streng gehütete Geheimnis der Glasherstellung zu bewahren. Den gut bezahlten Glasbläsern war es unter Androhung der Todesstrafe verboten, ihr Wissen weiterzugeben. 

Im 15. Jahrhundert entstand ein Patentrecht, dessen Anerkennung unter den Glasmachern keine Selbstverständlichkeit war. Der Glasmacher Giorgio Ballarin stahl dem Erfinder verschiedener Färbemethoden und des cristallo, Angelo Barovier, einige Rezepturen und verriet sie seinem angehenden Schwiegervater. Ballarin wurde daraufhin einer der erfolgreichsten Glasmacher auf Murano. Seit dem 13. Jahrhundert besaßen die Glasmacher Statuten, die 1441 reformiert und zusätzlich in Volgare übertragen wurden, in die venezianische Volkssprache. Diese Statuten nannten sich Mariegole.

In der Renaissance entwickelten sich die kunstvollen Glasprodukte des farblosen venezianischen cristallo zur Haupteinnahmequelle der Bevölkerung. Erhalten sind nur noch wenige Stücke, die Vielzahl der Formen und Dekore erschließt sich vor allem aus den Darstellungen auf Stillleben. Trotz aller Versuche der Republik Venedig, die Technik der Glasherstellung und Glasveredelung geheim zu halten, gelang es Ende des 16. sowie im 17. Jahrhundert einigen Glasbläsern, in die Länder nördlich der Alpen zu emigrieren und dort Glashütten zu gründen. Entscheidend waren vor allem die Abwerbeversuche von Ludwig XIV., der sich so seinen Traum vom Spiegelsaal erfüllen konnte.

Als Glas à la fa on de ç Venise lebte der venezianische Stil in Deutschland, in den Niederlanden und in Flandern weiter, wo weitere reichhaltige Sammlungen erhalten sind. Die venezianische Vormachtstellung in der Glasherstellung wurde erst im 18. Jahrhundert durch den Erfolg barocken Schnittglases gebrochen, denn diese vornehmlich in Böhmen und Schlesien, zunehmend jedoch auch andernorts in Deutschland beheimatete Technik beherrschten die Venezianer nicht.