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Eisen und Glas wie nie zu vor.

 

Bügeleisen

Geräte und Techniken

Wolkenscheffel

Die frühesten Zeugnisse des Bügelns stammen aus China. Dort wurden Wolkenscheffel aus der Han-Dynastie gefunden (200 v. Chr. – 220n. Chr.). Diese nach oben offenen, aus Bronze oder Eisen bestehenden Bügelgeräte wurden mit einem Gemisch aus glühender Holzkohle und Sand gefüllt. Zwei Personen spannten die Seidenstoffe aus und eine dritte Person fuhr mit dem warmen Wolkenscheffel mit Holzgriff darüber. 


Wäschemangel

Was hat man nicht alles erfunden, um Wäsche glatt und faltenfrei zu bekommen. So hat man schon im 18 Jahrhundert angefangen, mechanische Wäschemangeln zu konstruieren. Vorbild waren Handmangeln, die in Nordeuropa schon früh benutzt wurden, um die Wäsche zu glätten. Diese Walzenmangeln erleichterten die Arbeit enorm. Die trockene Wäsche wurde flach zwischen die Walzen eingeführt und mit der Drehbewegung durchgedrückt - der Stoff wurde geglättet. Mit der Spannvorrichtung und den Stahlfedern konnte man den Druck individuell einstellen, der Kraftaufwand blieb trotzdem gering. Erst mit dem Aufkommen der elektrischen Heißmangel hatten die Wäschemangeln ausgedient.

Mangelbretter

Eine sehr frühe Art des Bügelns waren die Mangelbretter. Diese bestanden aus einem flachen Brett mit einem Griff daran und einer Rolle aus Holz. Über die Rolle wurden Stoffbahnen gewickelt und dann mit dem Mangelbrett über eine glatte Fläche mit viel Druck gerollt. Dies war eine sehr anstrengende und nur bedingt erfolgreiche Art Stoffe faltenfrei zu bekommen.

Mangelmaschinen

Da das Mangeln mit der Hand sehr anstrengend war hat man früh angefangen, Mangelmaschinen zu konstruieren, die vor allem den schweren Druck auf die Stoffe ausüben. So wurden Kastenmangeln entwickelt, die einen Druck von 12 Tonnen ausüben konnten (Kastenmangel von Steinhude). Im Haushalt war das natürlich überdimensioniert. Dort gab es Handmangeln, die durch 2 Walzen den Stoff pressten und gleichzeitig transportierten.


Gniddel- oder Glättsteine

Eine andere schon frühzeitlich genutzte Art des Wäscheglättens war die Arbeit mit einem Glätt- oder Gniddelstein. Vor allem in Nordeuropa gebräuchlich, gibt es Zeugnisse in Grabbeilagen schon aus der Eisenzeit. Die Wikinger rieben ihre Wäsche mit Glas oder natürlich geschliffenen Moränensteinen glatt, ohne allerdings die Steine zu erwärmen. Noch bis ins 20. Jhd. wurden in Holland und Skandinavien Glättsteine zum Bügeln genommen.


Plissiermaschinen

Mit einer Plissiermaschine (auch Tollmaschine genannt) kann man einen Stoff in faltige Wellen legen. Die Walzen haben einen zahnradförmigen Durchschnitt und können inwendig mit Heizstäben erwärmt werden. Presst man jetzt eine leicht angefeuchtete und gestärkte Stoffbahn (Manschette, Kragen oder Band) durch die Walzen, dann entsteht eine sehr regelmäßige wellenförmige Kräuselung, welche per Hand nur sehr schwer herzustellen ist.

In der Biedermeierzeit (Anfang 19. Jahrhundert) waren Rüschen, gewellte Kragen und verzierte Hauben ein Muss in der feinen Gesellschaft und so wurden Gerätschaften entwickelt, die die Erstellung dieser Mode erleichterten. Es gab Wellenwalzen in verschiedenen Größen und Abständen, Tolleisen in allen Größen und Formen und der Beruf der Tollerin war einer der anspruchsvollsten in der Gilde der Wäscherinnen.


Nähmaschinen

Schon in der Frühzeit der Menschen nähte man mit Gräten und Knochen. Erst im 14 Jahrhundert konnte man eine Nadel aus Eisen herstellen, die das wichtigste Werkzeug des Schneiders war. Bis 1830 nähte man mit der Hand. Die schnellsten Näherinnen schafften 50 Stiche pro Minute. Es gab zwar schon ab 1755 die ersten Experimente, das Nähen zu mechanisieren, aber es dauerte lange, bis die Technik und der Preis eine industrielle Herstellung ermöglichten. 

Der Durchbruch der Nähmaschine gelang erst 1851 dem Amerikaner Isaac Merritt Singer. Er benutzte verschiedene Erfindungen, für die er nach langen Patentstreiten auch viel Geld bezahlen musste, und baute damit eine günstige, gut funktionierende Nähmaschine, die er mit seinem genialen Vermarktungstalent erfolgreich verkaufte. Seine Idee war auch der Ratenkauf, der es vielen Kunden ermöglichte, die 100 Dollar teure Singer-Nähmaschine zu erwerben. 1889 wurde, auch von der Singer Company, die erste elektrische Nähmaschine entwickelt. Da aber pedalbetriebenen Nähmaschinen praktisch waren und auch sehr langlebig, dauerte es lange, bis diese durch den neuen Antrieb verdrängt wurden.


Handschuhbügelgeräte

Handschuhe wieder glatt zu bekommen, wenn sie mal verknittert sind ist eigentlich eine einfache Sache. Man zieht sie an und sie spannen sich automatisch glatt. Nichts desto trotz gibt es auch dafür spezielle Geräte. Diese sind aber eher in der Handschuhproduktion anzusiedeln. Leider ist das Handwerk des Handschuhmachers in Deutschland fast ausgestorben.

Es gibt noch einen Handwerker in Grimma, der Handschuhe in Maßarbeit liefert. Wenn Handschuhe hergestellt werden, dann muss der Rohling nach dem Zusammennähen gespreizt werden. Dafür gibt es Geräte, die elektrisch beheizt werden und über die die Handschuhe gezogen werden. Das gedehnte und erwärmte Leder wird dann nachträglich mit Holzzangen nochmals individuell gedehnt.